Geboren am 16.10.1854 in Dublin, gestorben am 30.11.1900 in Paris, dort begraben auf dem Cimetière du Père-Lachaise. Nach dem Studium und der Veröffentlichung eines Gedichtbandes ging er nach Amerika auf eine Vortragsreise über Ästhetik, traf dort u. a. Walt Whitman, wie er später auch in Paris und London alle bedeutenden Künstler kennenlernte. Nach seiner Heirat lebte er in London als Herausgeber der Frauenzeitschrift ›Women's World‹, bis seine literarische Produktion die Versprechungen seiner genialischen Pose einzulösen begann. Die Freundschaft mit Lord Alfred Douglas, genannt Bosie, wurde ihm 1895 zum Verhängnis: Wegen Homosexualität wurde Wilde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Entlassung lebte er, dem Alkohol verfallen, als Sebastian Melmoth in Italien und Frankreich, wo er in Paris im schäbigen Hôtel d'Alsace starb. Dessen Besitzer spendete immerhin als einziger der sieben Teilnehmer an Wildes Beerdigung einen Kranz: »Meinem Mieter.«
»Ein Meister der Sprache – kein moderner Dichter hat eine so durchsichtige und lyrische Prosa geschrieben wie Oscar Wilde. Man meint nicht, etwas Geschriebenes zu lesen. Die Wörter singen. Die Aussage ist artifiziell, der Ausdruck aber auf magische Weise natürlich und schön.«Max Beerbohm
»Seine brillantesten Bücher, funkelnd vor Epigrammen, machen ihn zum scharfsinnigsten Rhetoriker des vorigen Jahrhunderts.«James Joyce
»Meine erste Begegnung mit Oscar Wilde löste Erstaunen aus. Ich hatte noch nie zuvor einen Menschen in vollkommenen Sätzen sprechen hören, als ob er sie alle nachts zuvor geschrieben hätte, doch wirkten sie ganz spontan. Die seßhafte Mühe kreativer Kunst konnte er nicht aushalten.«W. B. Yeats